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Kirche des heiligen Johannes von Jerusalem hinter

Die Johanniter (auch als Malteserritter bezeichnet) wurden durch den Fürsten Mieszko den Alten nach Posen geholt und erbauten an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert den Sitz der Kommandorei und die romanische Kirche des Hl. Johannes. Patron der Kirche ist der Hl. Johannes der Täufer, der hier Johannes von Jerusalem genannt wird wegen des Hospitals, um das sich die Ordensritter in Jerusalem gekümmert hatten. Die Kirche trägt den Beinamen "vor den Mauern", weil sie zur Bauzeit vor den Mauern der damaligen Posener Burg lag. Es ist die zweitälteste erhaltene Kirche Posens nach der Kathedrale und gleichzeitig eine der ersten aus Ziegeln errichteten Kirchen in Polen. Im 13. Jahrhundert erhielt der Chorraum ein Kreuzrippengewölbe, und an der Wende vom 15./16. Jahrhundert wurde die Kirche in spätgotischem Stil umgebaut. Gleichzeitig wurde eine Sakristei mit Treppengiebel angebaut sowie das Nordschiff und der etwas untersetzt wirkende Glockenturm. Die Kirche erhielt damals Sterngewölbe. 1736 wurde im Süden die Heiligkreuzkapelle angebaut, die mit einer Laternenkuppel gedeckt ist.

Das Innere des Gotteshauses schmückt eine Polychromie, die 1948 von Stanisław Teisseyre angefertigt wurde. Im Hauptaltar ein gemaltes gotisches Triptychon mit Szenen des Gesprächs von Maria mit dem Hl. Johannes dem Täufer und dem Hl. Stanisław im Zentrum. Bemerkenswert ist auch das spätgotische steinerne Taufbecken von 1522. Im Süden schließt an das Schiff die von Ordenskommandeur Michał Stanisław Dąbrowski gestiftete Heiligkreuzkapelle an, die durch ein Gitter aus dem 15. Jahrhundert abgeschlossen ist. In dem spätbarocken Altar von 1737 ein gnadenspendendes Kruzifix von etwa Mitte des 17. Jahrhunderts, das durch ein Bild des Herzen Jesu verhüllt ist. Im Keller der Kapelle ruhten einst die Kommandeure der Johanniter, u.a. Michał Stanisław Dąbrowski (+ 1740) und Andrzej Marcin Miaskowski (+ 1832).


Erzbischöfliche Basilika zu den hl. Aposteln Pete

Sofort nach der Gründung des ersten Bistums (968) in der Nähe der Fürstenpfalz und der 965 auf der Dominsel gestifteten Rotunde begann Mieszko I. mit dem Bau einer dreischiffigen frühromanischen Basilika. Nach Zerstörungen in den Jahren 1038-39 wurde das Gotteshaus bis 1058 als romanische Basilika wiederaufgebaut. Im 13. Jahrhundert entstand das frühgotische Presbyterium, und in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts das neue, gotische Kirchenschiff. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert dauerte der gotische Umbau, in dessen Verlauf ein neuer Chorraum mit Säulengang entstand und der Gesamtbau mit einem Kapellenkranz umbaut wurde. Im 17. Jahrhundert wurde die Kathedrale im Barockstil gründlich umgebaut (sicherlich durch Cristoforo Bonadura den Älteren, später nach Entwürfen der Brüder Pompeo und Antonio Ferrari). Nach einem Brand 1772 erhielt die Kirche eine spätbarocke Innenausstattung, die bis 1945 erhalten blieb. 1779 wurde die Fassade umgebaut (Entwurf: Ephraim Schroeger), 1790 wurden neue Turmhelme aufgesetzt (Entwurf: Bonaventura Solari). Während der Kämpfe um Posen Anfang 1945 wurde die Kathedrale schwer beschädigt. Der Wiederaufbau erfolgte 1948-1956 nach Plänen von Franciszek Morawski; dabei wurden am Baukörper die gotischen Formen des 14. und 15. Jahrhunderts wiederhergestellt; bei den Turmhelmen wurde der Stand der Jahre 1725-29 restauriert.

Der Haupteingang zur Kathedrale befindet sich in der Frontfassade und führt durch ein gotisches Portal des 15. Jahrhunderts und ein Bronzetor (Entwurf: Kazimierz Bieńkowski, 1979). Darauf Szenen aus dem Leben der Hl. Peter und Paul. Über dem Portal ein hohes gotisches Fenster mit Rosette, darüber ein Treppengiebel mit Blindfenstern. Im unteren Teil des Südturms ist die romanische Oberfläche der Steinmauer erhalten.

Die Posener Kathedrale ist eine dreischiffige Basilika mit Säulengang und Seitenschiffen, an die sich 12 Kapellen, 2 Sakristeien und eine Vorhalle anschließen. Chorraum und Säulengang sind mit Rippengewölben gedeckt, Haupt- und Seitenschiffe mit Sterngewölben. Die Ausstattungsgegenstände im Chorraum wurden nach dem 2. Weltkrieg aus Niederschlesien nach Posen verbracht. In der Mitte der spätgotische Hauptaltar, ein Polyptichon mit Reliefdarstellungen von Maria mit dem Kind, St. Barbara und St. Katharina im Mittelteil. Auf den Seitenflügeln vier Tafeln mit Reliefs der 12 heiligen Jungfrauen, und auf der gegenüberliegenden Seite gemalte Passionsdarstellungen und Heiligensilhouetten. Im Chorraum u.a. ein spätgotisches Chorgestühl aus dem 16. Jahrhundert, ein flämischer Gobelin aus dem 17. Jahrhundert, fünf spätgotische Skulpturen aus dem 18. Jahrhundert, eine spätbarocke Kanzel und ein Taufbecken von 1720, sowie vorne der für den Gottesdienst genutzte Altar von 1971 mit Flachreliefs der 12 Apostel nach einem Entwurf von Józef  Stasiński.

Im Boden vor dem Chorraum eine Bronzeplatte zur Erinnerung an den ersten Bischof Jordan mit den Namen der sieben polnischen Herrscher, die in der Kathedrale bestattet sind. Das Schiff wird abgeschlossen durch eine Orgelempore, darunter Renaissance-Gräber aus dem 16. Jahrhundert von Jan Przecławski, Janusz Przecławski, seiner Frau Anna von Sady, sowie eine Grabinschrift für Piotr Przecławski.

Viele wertvolle Kunstwerke befinden sich in den Seitenschiffen, dem Säulengang und vor allem den Kapellen, die mehrheitlich ihren barocken Charakter bewahrt haben. Aus der Innenausstattung der Seitenschiffe sind vor allem zu erwähnen: eine gotische Grabplatte für Teodorek Pradela (+ 1383), fünf Bronzegrabplatten im gotischen und Renaissancestil aus dem 14. und 15. Jahrhundert aus der Nürnberger Vischer-Werkstatt (sie wurden während des Krieges von den Deutschen geraubt und kehrten 1990 aus St. Petersburg nach Posen zurück) sowie die Grabplatte des Bischofs Benedykt Izdbieński von dem polnischen Renaissance-Bildhauer Jan Michałowicz aus Urzędów. Aus der Ausstattung der Kapellen ist vor allem die ansehnliche Renaissance-Grabplatte des Adelsgeschlechts der Górkas  von 1574 zu erwähnen, ein Werk von Geronimo Canavesi in der Sakramentskapelle sowie das Gemälde "Einzug des Heiligen Martin in Amiens" von Krysztof Boguszewski aus dem Jahr 1628 in der Martinskapelle.

Von besonderer Bedeutung sind zwei Kapellen: die Goldene oder Kapelle der Polnischen Könige und die Kapelle des Hl. Stanisław, auch Königskapelle genannt. Die erste der genannten Kapellen orientiert sich am Vorbild der byzantinischen Architektur. Sie enthält einen Sarkophag von 1840 mit den sterblichen Überresten von Mieszko I. und Bolesław dem Tapferen sowie ein Denkmal dieser beiden Herrscher, eine Arbeit  von Christian Rauch (1841). In der Königskapelle (wo einst die Grabstätte des Königs Przemysł war) ein monumentales Epitaphium des Königs von 1995, ein Werk von Marian Konieczny. Im Kellergeschoß der Kathedrale Relikte der frühromanischen und romanischen Kathedrale, die 1946 sowie 1951-56 entdeckt wurden, sowie die vermutlichen Gräber von Mieszko I. und Bolesław dem Tapferen. In dem unter dem westlichen Teil des Chorraums gelegenen Teil der Krypta wurde ein Lapidarium von steinernen Grabplatten und Epitaphien geschaffen, und zuletzt wurde 1963 in der Krypta eine Grablege für die Posener Erz- und Suffraganbischöfe angelegt.


Stifts- und Pfarrkirche Posen - Kirche des hl. Bis

Die Posener Pfarrkirche gehört zu den ansehnlichsten sakralen Barockbauten in Polen. Sie wurde von 1651-1701 erbaut, die endgültige Gestalt stammt von etwa 1750. Bei dem Bau waren die besten Architekten beschäftigt: Tommaso Poncino, Giovanni Catenazzi und Vater Bartłomiej Nataniel Wąsowski. Von den Malern und Stuckateuren sind zu nennen: Karl Dankwart, Szymon Czechowicz, Alberto Bianco, Jan Weydlich (die heutige  Ausmalung wurde in den Jahren 1948-49 von Stanisław Wróblewski geschaffen). Formal ist die Kirche seit 1798 Pfarrkirche der Gemeinde der Hl. Maria Magdalena und gleichzeitig Stiftskirche. Während des Wiederaufbaus der Kathedrale auf der Dominsel 1945-56 diente sie als Ersatzkathedrale.

Es handelt sich um einen dreischiffigen Barockbau (mit ansehnlicher Fassade zur Straße mit spätbarockem Portal von etwa 1750) mit Querschiff und Emporen über den Seitenschiffen. Die Kirche ist mit Tonnengewölben und Stichkappen gedeckt und ungewöhnlich reichhaltig ausgestattet. Das Hauptschiff öffnet sich durch halbrunde Arkaden zu den Seitenschiffen; zwischen diesen stehen mächtige  Säulen aus Stuckmarmor. Bemerkenswert ist die Dekoration der Pseudokuppel in der Vierung mit einer Darstellung der Aufnahme des Hl. Bischofs Stanisław in den Himmel.

Im Chorraum ein großer Altar nach einem Entwurf von Pompeo Ferrari (1727-32) mit einer Darstellung der Auferweckung des Piotrowin durch den Hl. Stanisław, ein Werk von Szymon Czechowicz von 1756, und an den Seiten Skulpturen der Heiligen Bischof Stanisław und Stanisław Kostka.  Am Rand des Chorraums eine Kanzel von 1964, und im Querschiff ein Rokoko-Taufbecken aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. An den Seiten des Chorraums zwei Kapellen von 1743: links die Heiligkreuzkapelle mit einem spätgotischen Kruzifix aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts und einem Bild von Christus als Schmerzensmann von Anfang des 17. Jahrhunderts; rechts die Kapelle der Muttergottes der Unablässigen Hilfe mit dem Gnadenbild der Patronin der Kapelle von 1952; 1961 wurde es mit päpstlichen Tiaren gekrönt. Direkt daneben die Kapellle der ewigen Anbetung, die 1937 eingerichtet wurde, und auf der gegenüberliegenden Seite, am Eingang zur  Sakristei, ein spätgotisches Weihwasserbecken aus dem 16. Jahrhundert.

Im Querschiff zwei ansehnliche Altäre von 1735: auf der linken Seite Bilder des Hl. Ignatius auf dem Schloß Loyola (Mitte 18. Jh.), und darunter St. Valentin inmitten von Kranken (17./18. Jh.) sowie eine Muttergottes mit Kind aus dem 19. Jahrhundert. Auf der rechten Seite Bilder der Kommunion des Hl. Stanisław Kostka von 1756 (von Sz. Czechowicz) und der Hl. Barbara von 1748 (von Wacław Graff).

Die mit Kreuzgewölben gedeckten Seitenschiffe sind in Kapellen mit Altären unterteilt. Sie entstanden in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts nach einem Entwurf von Franciszek Koźmiński; die Dekoration stammt von Jan Weydlich. Besondere Aufmerksamkeit verdient die spätgotische Skulptur des Christus als Schmerzensmann von etwa 1430 in der Kapelle der Japanischen Märtyrer im Ostschiff sowie ein Bild der Muttergottes mit dem Kind (17./18. Jh) in einem silbernen Gewand und vergoldeter Krone in der Kapelle des Hl. Franziskus Borgias im Westschiff. Über den Seitenschiffen mehrere Emporen mit reicher Dekoration und  Ausstattung. Den Abschluß des Hauptschiffs bildet die Orgelempore mit einer überaus wertvollen Orgel, die 1872-75 durch Friedrich Ladegast aus Weißenfels in Sachsen gebaut wurde. Unter der Orgelempore zwei Gedenktafeln zur Erinnerung an verdiente Posener Jesuiten: Pater Józef Rogaliński (1728-1802, Mathematiker, Physiker und Astronom) von 1902 und Pater Jakub Wujek (1541-1597), Autor der ersten Bibelübersetzung ins Polnische, angefertigt 1996.

Unter der Kirche befindet sich ein Kellergeschoß - mit Tonnengewölben gedeckte Krypten, in denen einst Ordensleute und Wohltäter der  Stiftskirche bestattet wurden, von 1798-1810 auch Angehörige der Pfarrgemeinde. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde bei Forschungsarbeiten in den Krypten u.a. ein Fragment der Innenmauer der mittelalterlichen Stadtbefestigung entdeckt.


Kirche des hl. Antonius von Padua

Die Konventualfranziskaner (schwarze Habits) ließen sich in Posen im 17. Jahrhundert nieder. Den Bau eines Gotteshauses auf dem Schloßberg (heute: Przemysł-Hügel) unternahmen sie von 1674-1757 auf Grund eines Vertrages mit Jan Koński. Die Klostergebäude wurden von 1672-1749 auf der Ostseite der Kirche errichtet, aber nach der Aufhebung des Klosters 1834 wurden sie zum Teil abgerissen; bis heute hat nur der Nordflügel überdauert. Im 19. Jahrhundert übergaben die preußischen Behörden die Kirche den deutschen Katholiken, und die Franziskaner kehrten erst 1921 an ihren Posener Sitz zurück. Nach Kriegszerstörungen wurde die Kirche 1945 wieder aufgebaut.

Das Gotteshaus ist eine dreischiffige Basilika mit zwei Kapellen in Verlängerung der Seitenschiffe sowie einer Seitenkapelle auf der Westseite sowie Emporen in drei Folien der Seitenschiffe. Chorraum und Hauptschiff sind mit Tonnengewölben mit Stichkappen gedeckt, die Seitenschiffe mit Kreuzgewölben, die beiden Seitenkapellen mit Kuppeln und Laternen und die Kapelle, die an Westschiff und Fassade angrenzt, mit einem Kuppelgewölbe. Das Innere des Gotteshauses ist reich mit Stuckdekorationen verziert, die Polychromie von etwa 1702 stammt von dem Franziskaner Adam Swach. In Chorraum und Hauptschiff sind hauptsächlich Szenen aus dem Leben des Hl. Antonius, im Westschiff solche aus dem Leben des Hl. Franziskus, im Ostschiff solche aus dem der Muttergottes. Der Hauptaltar entstand um 1690; er ist ein Werk von Antoni Swach, dem Bruder des Malers Adam Swach, von dem auch das Bild Vision des Hl. Antonius im Mittelfeld stammt. Am Gipfel des Altars ein Bild der Muttergottes der Unbefleckten Empfängnis (Kopie nach Murillo von 1877). An den Seitenwänden ein reich skulptiertes und intarsiertes Chorgestühl von Anfang 18. Jahrhunderts, geschmückt mit Skulpturen franziskanischer Heiliger. Über dem Chorgestühl zwei Epitaphien von 1754 für Florian und Wojciech Zdzychowski; im 19. Jahrhundert wurden sie irrtümlich Jan Radoliński (+1761) und Jan Lącki (+1694) zugeschrieben.

An das Hauptschiff sind zwei vierseitige Kapellen angebaut, die mit Kuppeln und Laternen gedeckt sind. Die Kapelle der Muttergottes wurde vor 1681 erbaut; in ihr befindet sich ein Gnadenbild der Muttergottes, das heute als Bild der an Wundern reichen Muttergottes und Herrin Posens bezeichnet wird. Es ist eine Kopie des wundertätigen Bildes aus dem Heiligtum der Muttergottes der Tröstung in Borek-Zdież. Die Überlieferungsgeschichte besagt, daß das Bild, bevor es in die Kapelle der Kirche kam, Eigentum des franziskanischen Ordensmannes Tomasz Dybowski war. 1670 wurde das Bild vorübergehend im Hauptaltar untergebracht; als in der Kapelle 1688-93 der Altar entstand (ein Werk von Antoni und Adam Swach), in seinem Zentralfeld. 1713 wurde das Bild der Maria mit dem Kind in einen prächtigen silbernen Rahmen von 1676-1718 gefaßt (1968 gekrönt). Wenn das Marienbild verschoben wird, erscheinen Bilder der Heiligen Joseph und Johannes des Evangelisten, und an den Seiten des Heiligen Franziskus und Antonius. An den  Außenseiten Bilder von St. Anna und St. Joachim, am Gipfel des Altars Reliefs von Engeln und dem Erzengel Michael, und unten am Altar Bildnisse des Burggrafen Wojciech Zawadzki und seines  Bruders Tomasz Dybowski. Die Kuppel der Kapelle schmückt eine reichhaltige Stuckverzierung aus der Werkstatt von Alberto Bianco von 1701, und an ihrer Grundlage Reliefs Christi und der Apostel. Das Gewölbe selbst schmücken vier Medaillons mit Silhouetten von heiligen Jungfrauen.

Auf der gegenüberliegenden Seite wurde vor 1757 die Kapelle des Hl. Franziskus von Assisi errichtet, auch sie mit reicher Stuckdekoration. Im Mittelfeld des Rokokoaltars von 1757 ein Bild von Adam Swach St..Franziskus erhält den Ablaß der Portiuncula, und am Gipfel das Flachreliefs Die Auffindung des Grabes des Hl. Franziskus, über ihm ein Relief des Hl. Franziskus. Am Sockel der Kuppel Reliefdarstellungen franziskanischer Heiliger, das Gewölbe der Kuppel selbst ist mit Medaillons aus Silhouetten heiliger Männer und Jungfrauen geschmückt.

Im Hauptschiff eine Kanzel von 1732/33, und gegenüber eine barocke Grabplatte für Wojciech Rydzyński (+1733) und seiner Frau Anna geb. Proski (+1736). Auf der Nordseite wird das Hauptschiff durch die Orgelempore mit Orgel, gestützt auf Feiler und halbrunde  Arkaden, geschlossen.

In den Arkaden zwischen den Schiffen sechs spätbarocke Seitenaltäre von 1755 sowie zwei barocke Epitaphien aus dem 18. Jahrhundert: für Katarzyna Skrzetuska, geb. Smoszewska (+1701) und Dorota Kołaczkowska, geb. Rogalińska (+1719). An  das Westschiff grenzt die Herz-Jesu-Kapelle von 1757/58 an. Sie wurde Anfang des 20. Jh. nach einem Entwurf von Lucjan Michałowski umgebaut. Die neobarocke Ausstattung stammt von 1928/29.

 


Fronleichnamskirche

Der Ort, an dem sich die Kirche erhebt, ist mit dem wunderbaren Wiederauffinden von zuvor gestohlenen und profanierten Hostien im Jahre 1399 verbunden. Dieses Ereignis wurde ab 1403 als Wunder des Leibs Jesu bezeichnet. Nachdem schon 1399 am Ort des Ereignisses eine hölzerne Kapelle errichtet wurde, stiftete König Władysław Jagiełło 1406 eine Kirche und ein Kloster der beschuhten Karmeliter. Der Bau des steinernen Gotteshauses wurde an der Wende des 15./16. Jh. abgeschlossen; die Kirche hat die Form einer Pseudo-Hallenkirche. Etwa 1570 wurde im Norden eine Kapelle angebaut, die etwa 1726 durch Pompeo Ferrari umgebaut wurde (Kapelle der Muttergottes mit dem Skapulier). Die während der schwedischen Invasion Mitte des 17. Jahrhunderts zerstörte Kirche wurde bis 1664 wieder aufgebaut. Dabei bekamen die Gewölbe des Hauptschiffs und der Giebel des Gotteshauses barocke Formen. An der Wende vom 17./18. Jh. wurde der Turm hinzugefügt, etwas später die Sakristei. Nach der Auflösung des Ordens 1823 geriet die Kirche in Verfall. Gerettet hat sie  eine Renovierung 1856 und ihre kurzzeitige Übernahme durch die Reformierten (1855-75). Seit 1899 ist die Fronleichnamskirche Pfarrkirche.

Der Bau ist gotisch, zum Teil barock, dreischiffig, mit einem vierseitigen Turm am Rande des Nordschiffs. Den Eingang zur Kirche bilden gotische Portale mit Einfassungen aus glasierten Ziegeln. Hohe spitzbogige Fenster erhellen das Innere; die Glasfenster zeigen Szenen aus der Bibel und Heiligensilhouetten. Der Chorraum ist mit einem Kreuzrippengewölbe gedeckt, das Hauptschiff mit einem Tonnengewölbe mit Stichkappen; dieses ist mit barocken Wandmalereien aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verziert. In den Seitenschiffen findet man noch die ursprünglichen Sterngewölbe aus dem 15. Jahrhundert.

Der Hauptaltar kommt von ungefähr 1740; das Zentralbild zeigt das Abendmahl, am Gipfel eine Figur des Gottvaters, an der Seite Skulpturen von Aaron, Moses sowie der Heiligen Telesphorus und Gregors des Großen. An den Seitenwänden des Chorraums Porträts des Stifterkönigs Władysław Jagiełło und seiner Gemahlin, der Hl. Jadwiga (um 1665), und an seinem Rand vier Sargporträts und 15 Wappentafeln von Geschlechtern des großpolnischen Adels aus dem 17. Jahrhundert.

An den Chorraum schließt die Kapelle der Muttergottes mit dem Skapulier an, umgebaut um 1726, mit einer spätbarocken Polychromie, die erst 1958 wiederentdeckt wurde. Die Kapelle enthält drei spätbarocke Altäre: im Hauptaltar von 1726 das Bild der Muttergottes mit dem Skapulier in Silberkleidern aus dem 18. Jahrhundert, auf den  Seitenaltären links ein Bild der Hl. Theresa von Lisieux (1725) und rechts eine  Vision des Hl. Andrea Corsini (den der Orden als Schutzpatron von Posen ansieht) von etwa 1746. Die Kapelle schließt eine Orgelempore  mit einer Balustrade ab, die durch ein durchbrochenes Gitter gekrönt ist.

In der Vierung eine im eklektischen gehaltene Kanzel von 1950. Inmitten des Hauptschiffs befand sich einst der kleine Brunnen, in den nach der Legende die profanierten Hostien hätten geworfen werden sollen. Heute ist an dieser  Stelle unter den Arkaden der neobarocken Mensa des ehemaligen Altars eine Skulptur mit Juden, die die Hostien in den Brunnen werfen. Im Westen wird das Hauptschiff durch eine barocke Musikempore von 1657-64 abgeschlossen. Ihre Brüstung ist mit einem Bild der Gottesmutter und von acht heiligen Karmeliterinnen geschmückt.

Im Erdgeschoß des Turms (am Rande des Nordschiffs) die Heiligkreuzkapelle aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einer skulptierten Kreuzigungsgruppe.

In den Seitenschiffen drei Altäre mit Bildern: der Muttergottes der Unablässigen Hilfe und des Hl. Stanisław Kostka, ein Pilger zu Füßen Christi (nach Piotr Stachiewicz) sowie die Hl. Theresa von Lisieux und die Vision des Hl. Antonius von Padua. Weiter reich verzierte Beichtstühle aus den Jahren 1730-40, deren Bűckenlehnen, Türen und Bekrönungen mit Ausmalungen geschmückt sind.  Weiter beachtenswert sind ein gotischer Kragstein aus dem 15. Jahrhundert mit dem Wappen des Geschlechts derer von Anjou (2001 entdeckt) sowie drei Täfelchen, die das Niveau des Hochwassers bei den großen Überschwemmungen der Jahre 1698, 1736 und 1888 anzeigen.

Eine der wertvollsten Goldschmiedearbeiten dieser Kirche ist die im Kirchenschatz aufbewahrte Turmmonstranz von etwa 1400. Sie ist am Sockel mit den Wappen des Königreiches Polen (Adler) und des Großfürstentums Litauen (Reitpferd) geschmückt und wurde von Władysław Jagiełło gestiftet. Jahrhundertelang diente sie als Reliquiar für die drei wundertätigen Hostien, heute gilt sie als ältestes erhaltenes liturgisches Gefäß in Polen.

An der Außenwand der Kirche befindet sich an der Wand der Kapelle der Muttergottes mit dem Skapulier eine Anbauloggia mit Arkaden und einem Lapidarium von Grabplastiken. Etwas weiter an der Nordseite steht auf einem hohen Sockel eine spätbarocke Steinskulptur des Propheten Elias mit brennendem Schwert (2. Hälfte 18. Jh.) sowie ein Barockportal nach einem Entwurf von G. Catenazzi von Anfang des 18. Jahrhunderts, das auch das Blaue Portal genannt wird. An der Nordseite grenzt die Vierflügelanlage des Klosters an die Kirche.


Kirche des Seraphischen hl. Franziskus

Die Kirche trägt den Namen Bernhardinerkirche, weil der Orden der Franziskanerobservanten hier 1456 sein Kloster gründete und eine hölzerne Kapelle errichtete. Der Beiname "Bernhardiner" leitet sich von dem Ordensgründer Bernhard von Siena ab. Von 1471-1473 wurden eine neue gotische Kirche aus Stein und ein Kloster erbaut; diese Bauten brannten die Schweden 1655 nieder. Die neue Barockkirche, die dem Hl. Franziskus von Assisi geweiht wurde, wurde von 1661-1668 errichtet; Architekten waren Cristoforo Bonadura d.Ä. und Giorgio Catenazzi). In den Jahren 1730-38 wurde de Fassade umgebaut; die hohen Turmhelme (nach einem Entwurf von Jan Adam Stier aus Leszno) kamen ebenfalls hinzu. Aus derselben Zeit kommen auch die Skulpturen franziskanischer Heiliger (Werke von Franciszek Domusberger aus Wschowa), die die Nischen der Fassade ausschmücken. Nach 1742 wurde auf der Südseite des Schiffes die Kapelle der Muttergottes von Loreto angebaut. Im Norden schlossen an die Kirche dagegen Klostergebäude von der Wende vom 17./18. Jahrhundert an; ein neuer Bauabschnitt des Klosters entstand 1988 an der Stelle der 1843 abgerissenen Annenkapelle. Nach der Aufhebung des Ordens 1835 diente die Kirche bis 1839 der Martinsgemeinde als Pfarrkirche; 1843 übernahm das Maria-Magdalena-Gymnasium die Gebäude. Im 2. Weltkrieg wurde die Kirche zerstört und bis 1988 wieder aufgebaut. Seit 1974 ist sie Pfarrkirche.

Der Kirchenbau ist barock mit einem verlängerten und im Verhältnis zum Kirchenschiff niedrigeren und engeren Chorraum. Im Süden schließt sich die Kapelle der Muttergottes von Loreto an. Das etwas engere Joch zwischen den Türmen beherbergt die Vorhalle der Kirche. Von hier führen Stufen sowohl nach oben ins Kirchenschiff als auch nach unten in die Heiligkreuzkapelle. Der Chorraum ist mit einem Tonnengewölbe mit Stichkappen gedeckt, das Kirchenschiff mit einem reinen Tonnengewölbe und die Vorhalle mit einem Kuppelgewölbe. Die Wandpfeiler, auf denen das Gewölbe ruht, sind durch Arkaden und Durchgänge miteinander verbunden. Eine Besonderheit des Gotteshauses ist, daß der Boden des Kirchenschiffs hoch über dem umliegenden Geländeniveau liegt, da unter ihm die Krypta des Klosters angelegt wurde.

Die durch Kriegsereignisse zerstörte Innenausstattung der Kirche ist in hohem Maße rekonstruiert worden. Im Hauptaltar (nach 1950) das  Bild Der Zorn Gottes (Kopie nach Paul Rubens), ein Werk von Józef Pade von 1950, in der Bekrönung eine Silhouette von Gottvater in strahlender Aura. An den Seiten barocke Skulpturen des Evangelisten Johannes und Josephs mit dem Kind, und direkt vor dem Altar der Heiligen Bonaventura, Bernhard von Siena, Augustinus und Ambrosius (Augustin Schöps, 1778-79). An den Seiten des Chorraums das 1950-1960 rekonstruierte Chorgestühl mit Szenen aus dem Leben des Hl. Franziskus von Assisi. An dem Pfeiler auf der linken Seite eine Kanzel mit einer Schnitzerei des Christus, gegenüber ein symbolischer Sarkophag Mariens, und über ihm eine Szene der Himmelfahrt Mariens von 1954. In zwei Seitenaltären von 1988/89 Bilder des Hl. Joseph mit dem Jesuskind und der Hl. Anna und Maria (links) sowie des Hl. Antonius von Padua und des seligen Johannes Duns Scotus (rechts). An den Pfeilern Stuckfiguren der Apostel von 1742, die nach dem Krieg restauriert wurden. Auf der Südseite grenzt an das Schiff die Kapelle der Muttergottes von Loreto an, die gegen das Schiff durch ein spätbarockes Gitter von ca. 1650 abgegrenzt wird.

Im Westen begrenzt das Schiff eine Orgelempore, die sich auf eine Arkade stützt; an dieser Skulpturen der Heiligen Giovanni Capistrano und Franziskus von Assisi. Auf der Empore ein neobarocker Orgelprospekt aus dem 19. Jahrhundert, der 1952 aus einem evangelischen Kloster hierher verbracht wurde. Aus der Vorhalle führt eine Treppe nach unten in die Heiligkreuzkapelle von 1950 mit einem spätbarocken Kruzifix aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Auf dem kleinen Platz zwischen der Kirche und dem Nordflügel des Klosters eine Skulptur des Hl. Franziskus von Assisi und eine gesprungene Glocke aus dem 18. Jahrhundert. Das Kloster ist Sitz der 1991 gegründeten Provinz des Hl. Franziskus von Assisi der Minderbrüder. Das Kloster beherbergt auch ein missionarisch-ethnographisches Museum und eine Bibliothek. In der Weihnachtszeit kann man im Chorraum der Kirche die größte Krippe der Stadt bewundern.


Kirche des hl. Joseph

Die Kirche wurde 1644-78 nach einem Entwurf von Cristoforo Bonadura dem Älteren und Giorgio Catenazzi erbaut. Nach der Aufhebung des Klosters durch die Preußen wurde sie anfangs durch das Militär genutzt; nach 1840 wurde der Innenraum nach Karl Friedrich Schinkel umgebaut und als evangelische Garnisonskirche genutzt. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit diente die Kirche als katholische Garnisonskirche. Nach den Zerstörungen von 1945 wurde die Kirche durch die Barfüßer-Karmeliter wiederaufgebaut, die Kirche und Kloster übernahmen.

Der Bau ist barock, dreischiffig, mit ansehnlicher Vorderfassade. Schiff und Chorraum der Kirche sind mit einem Tonnengewölbe und Stichkappen gedeckt, im Vierungsjoch einem Kuppelgewölbe, und in den Armen des Querschiffs mit Tonnengewölben. Die Ausstattung stammt aus den Jahren 1984-88. Im Zentralfeld des Hauptaltars ein Bild von Joseph mit Jesuskind, an den Seiten des Chorraums zwei Kapellen, die zum Schiff hin über Arkaden geöffnet sind. Im Querschiff Bilder von Albert Tschautsch von 1878: Anbetung der Hirten und Fall Jesu unter dem Kreuz. Im Hauptschiff eine Kanzel, die 1962 aus Barockelementen aus den Kirchen in Obrzycko und Maciejowa bei Jelenia Góra zusammengesetzt wurde.

In der Vorhalle ein Teil des Grabmals eines der Hauptförderer des Konvents - Wojciech Konarzewski (+ 1668) mit einer liegenden Gestalt des Verstorbenen in Rüstung und einer marmornen Inschrifttafel sowie einer Tafel von 1989 zur Erinnerung an Mikołaj Skrzetuski (1610-73), das historische Vorbild der literarischen Gestalt des Jan Skrzetuski aus dem Roman Mit Feuer und Schwert von Henryk Sienkiewicz, der im Keller bestattet ist. Im unterirdischen Teil der Kirche ist seit 1987 die Eremitage des Hl. Rafał Kalinowski untergebracht. Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde vor der Kirche ein Denkmal des Hl. Rafał Kalinowski enthüllt.

Der Bau des an die Kirche angrenzenden Klosters wurde erst Mitte des 18. Jahrhunderts fertiggestellt. Nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges wurde das Kloster bis 1966 wieder aufgebaut.


Kirche der hl. Jungfrau und Märtyrerin Margarete

Die erste Kirche im Stadtteil Śródka entstand mit Sicherheit vor 1231. Das gegenwärtige Gotteshaus stammt aus dem 14. Jahrhundert, im 15. Jahrhundert wurde die Barbarakapelle hinzugefügt. An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert wurde die Kirche eingewölbt, und etwas später wurde auf  der Vorhalle ein niedriger Turm errichtet (in ihr ein Hauptportal aus dem 14. Jahrhundert, zwei Portalarkaden aus dem 15. Jahrhundert und eine Glocke von 1674), der den ansehnlichen Frontgiebel zum Teil verdeckte. Die im Süden anschließende Kapelle des hl. Filippo Nereo wurde ca. 1652 angebaut. Nachdem sie während des schwedischen Angriffs niedergebrannt worden war, wurde die Kirche 1658 wieder aufgebaut und verlor damals ihren mittelalterlichen Charakter. Von 1671-1805 war die Kirche in der Hand der Philippiner.

Das einschiffige Innere des Gotteshauses ist mit einem spätgotischen Sterngewölbe gedeckt, die spätgotische Ausstattung wurde im 18. Jahrhundert um barocke Elemente ergänzt. Inmitten des Chorraums der Hauptaltar mit einem Bild der Muttergottes, das aus einem silbernen Kleid vom Ende des 17. Jahrhunderts (von dem Bild an der Seitenwand des Chorraums abgenommen) sowie hinzugemaltem Gesicht und Händen zusammengesetzt ist. Es ist verhüllt durch ein Bild der Himmelfahrt Mariä von Anfang des 18. Jahrhunderts. An der Seitenwand des Chorraums ein Bild der Muttergottes mit Kind auf  goldenem Strahlenhintergrund (Mandorla) von Anfang des 17. Jahrhunderts, die auf einem Halbmond steht. Einst wurde das Bild angebetet. Im Kirchenschiff stehen zwei Seitenaltäre des 18./19. Jahrhunderts, Kanzel und Taufbecken (mit einer Szene der Taufe Jesu im Jordan) aus dem 18. Jahrhundert. Im Altar der Barbarakapelle ein Bild der Muttergottes mit Kind, umgeben von musizierenden Engeln (ca. 1603), und in der Filippo-Nereo-Kapelle prägt ein Flachrelief mit Szenen der Visionen des Heiligen, der von einem Engel gehalten wird (18. Jh.), das Zentralbild des Altars. Abgeschlossen wird das Schiff im Westen durch eine Orgelempore mit neugotischem Orgelprospekt aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Kirche ist umgeben von einer niedrigen Mauer mit Einfahrttor und einer Inschrifttafel von 1786. Auf der Nordwestseite der Kirche steht das ehemalige Kongregationshaus der Philippiner von 1746-1777, an das 1900 ein Ostflügel angebaut wurde.

 


St.-Martinskirche

Die Martinsgemeinde wurde vor 1236 gegründet, und die früheste Erwähnung der ersten Kirche (sicherlich ein hölzerner Bau) stammt von 1252. Der steinerne Kirchenbau wurde im 14. Jahrhundert begonnen. Der Chorraum entstand sicherlich im 14. Jahrhundert, und bis zum 16. Jahrhundert wurde die heutige dreischiffige gotische Kirche dazugebaut. 1657 wurde die Kirche durch brandenburgische Truppen niedergebrannt, und an der Wende des 17./18. Jh. wurde die Kirche wieder aufgebaut, diesmal mit barocker Innenausstattung. Der erste Turm wurde 1745 abgerissen; ein neuer wurde von 1925-29 errichtet. 1945 wurde die Kirche schwer beschädigt; beim Wiederaufbau in den Jahren 1949-54 wurde die spätgotische Gestalt des Gotteshauses wiederhergestellt.

Das dreischiffige Innere ist mit einem Sterngewölbe gedeckt und mit einer polychromen Wandmalerei von Wacław Taranczewski von 1957 geschmückt. Die Fenster zeigen Szenen aus dem Leben des Hl. Martin sowie der Passion und stammen von Jan Piasecki (1959); in den Seitenschiffen Fenster mit Silhouetten polnischer Herrscher, Heiliger und Seliger aus der Werkstatt von Maria Powalisz Bardońska (1978-93).

Im Hauptaltar ein spätgotisches Triptychon von 1498 mit Schnitzereien der Muttergottes mit dem Kind in einer Mandorla, des Hl. Johannes des Täufers und der Hl. Katharina von Alexandria im Mittelfeld. Die Rückseiten der Seitenflügel sind von Flachreliefs geschmückt. Im rechten Seitenschiff ein barockes Kruzifix des 18. Jahrhunderts, im linken drei spätbarocke Seitenaltäre aus dem 18. Jahrhundert.

In der Fassade der Kirche ein spitzbogiges Portal, in dessen Tympanon ein Sandsteinrelief mit Silhouette des Hl. Martin von 1953, eine Arbeit von Edward Haupt. Auf der Nordwand des Gotteshauses ein Arkadenfries, und unter ihm eine Erinnerungstafel an einen der führenden polnischen Aktivisten aus der Zeit der preußischen Herrschaft, Pater Piotr Wawrzyniak (+1910) von 1986. Auf der Südwestseite der Kirche eine Grottenkapelle der Muttergottes von Lourdes von 1911 (1932 erweitert) mit einer Szene der "Vision der Hl. Bernadette". Nebenan in der Arkade eine Gedenktafel zum 15. Jubiläum des Beginns des Großpolnischen Aufstands (1918/19).

An der Ostseite der Kirche stand bis 1940 das erste Denkmal des Dichters Adam Mickiewicz in Polen, eine Arbeit von Władysław Oleszczyński, die 1859 enthüllt wurde (vor dem hölzernen Glockenturm). Gegenwärtig erinnert an dieses Denkmal ein bescheidener Sockel von 1957 und ein Rest der Balustrade von Anfang des 20. Jahrhunderts.

 


Kirche des Allerheiligsten Herzen Jesu und der Mut

1244 gründeten die großpolnischen Fürsten Przemysł I und Bolesław der Fromme auf dem Gelände der Siedlung St. Gotthard die erste Dominikanerkirche; im 15. Jahrhundert wurde sie ausgebaut. Ihre gegenwärtige Gestalt hat die Kirche Anfang des 18. Jahrhunderts erhalten (Architekt Giovanni Catenazzi). Der einschiffige Bau ist mit Kuppel- und Tonnengewölbe im Schiff sowie einem Tonnengewölbe mit Stichkappen im Chorraum gedeckt. Im Norden schließt an sie die Kapelle der Rosenkranzmadonna aus dem 15. Jahrhundert, an der Nordwestecke ein Glockenturm aus dem 18. Jahrhundert. Teilweise erhalten blieben die frühgotischen Einfassungsmauern des Gotteshauses aus dem 13. Jahrhundert; die Westfassade wird durch ein 1923 eröffnetes Portal durchbrochen. Die Gewölbe im Kirchenschiff stammen aus dem 18. Jahrhundert und sind mit  Stuckaturen dekoriert. Die Innenausstattung der Kirche ist zum größten Teil barock und stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Im großen Hauptaltar von 1760 ein Bild der Rosenkranzmuttergottes mit dem Hl. Dominikus (ca. 1760), das verhüllt wird durch ein Bild des Herzen Jesu (1963, von Adolf Hyła). In der Nordwand des Chorraums ein frühgotisches Ziegelportal aus dem 13. Jahrhundert, und am Fuß der Wände reich skulptierte Bückenlehne des manieristischen Chorgestühls von 1620-30 mit Szenen aus den Viten der Heiligen Dominikus und Hyacynthus.

Im Kirchenschiff eine barocke Kanzel von 1714-16 und ein Renaissance-Taufbecken aus  Sandstein von Anfang des 16. Jahrhunderts (beschädigt), das mit Reliefs geschmückt ist. In dem vierjochigen Schiff stehen sechs barocke Seitenaltäre, die meist um 1760 entstanden sind. Im Westen schließt eine Orgelempore auf einer Arkade mit einem Orgelprospekt von 1925 das Schiff ab.

Die im Norden an die Kirche angrenzende Kapelle der Rosenkranzmuttergottes stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde wahrscheinlich am Standort der früheren Kirche des Hl. Gotthard errichtet. Sie ist seit Jahrhunderten Stätte der Anbetung der Patronin. Ihre gegenwärtige Gestalt erhielt sie in den Jahren 1900-01. Das Schiff und der etwas schmalere Chorraum sind mit einem Sterngewölbe gedeckt. Direkt beim Eingang drei Grabplatten: zwei der Spätrenaissance aus dem 17. Jahrhundert und eine gotische Bronze-Grabplatte aus der Vischer-Werkstatt in Nürnberg. An der Seitenwand eine neugotische Kanzel und im Chorraum der neugotische Hauptaltar von 1901 mit einem Relief der Rosenkranzmuttergottes mit den Heiligen Dominikus und Katharina von Siena. Es wird verhüllt durch ein gnadenspendendes frühbarockes Bildnis der Muttergottes mit dem Kind von 1631, das 1648 in ein silbernes Kleid eingekleidet und 1968 gekrönt wurde.

Von der vierflügligen Klosteranlage, die im 14. Jahrhundert anstelle eines früheren Baus errichtet und im 17. Jahrhundert umgebaut wurde, sind zwei Flügel mit einem gotischen Kreuzgang mit Sterngewölben erhalten geblieben. Die Überreste der im 19. Jahrhundert abgerissenen Flügel (von der ul. Garbary) wurden 1970/71 durch eine Grabung wieder erschlossen.

 


Kirche des Allerheiligsten Erlösers

1866-69 nach Entwürfen von August Stüler und Julius Hochberger für die 1868 gegründete evangelische Paulusgemeinde errichtet. Die Kirche ist seit 1945 katholisch, die zugehörige Pfarrgemeinde entstand 1950. Es handelt sich um einen neugotischen Bau mit spitzem Turm, über dem Hauptportal ein Tondo mit einem Relief des Haupts Christi. Das dreischiffige Innere ist in Chorraum und Hauptschiff mit Sterngewölben gedeckt, in den Seitenschiffen mit Kreuzgewölben. Von der alten Ausstattung sind die leicht verkürzten hölzernen Emporen erhalten geblieben. Im Chorraum ein Passionsrelief von 2000 (eine Arbeit von Lech Czuba) und ein neugotisches Taufbecken aus Sandstein (1867-69), und am anderen Ende des Schiffs der Orgelprospekt von 1912. An den Rändern der Seitenschiffe zwei Altäre: links der Altar des Unbefleckten Herzens Mariä, rechts der Altar der Göttlichen Barmherzigkeit, und an ihnen Bilder der Muttergottes der Unablässigen Hilfe und des Hl. Judas Taddäus.


Kirche des Allerheiligsten Bluts Christi

Einst stand hier ein Haus, in dessen Kellern angeblich 1399 Hostien geschändet worden sein sollen (Legende über das Wunder der Drei Hostien). Im 17. Jahrhundert bauten die beschuhten Karmeliter dieses Haus in eine zweistöckige Kirche um, wobei die gotischen Außenmauern und der Keller mit Brunnen genutzt wurden. Die  heutige Gestalt der Kirche entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. Auf der Fassade wurden Reste der gotischen Mauern freigelegt, und über dem neobarocken Portal von 1906 wurde ein spätgotisches Relief der Muttergottes mit dem Kinde von der Wende des 15./16. Jahrhunderts angebracht, das von dem damals abgerissenen Haus Altmarkt Nr. 100 hierher verbracht wurde.

Die Kirche ist einschiffig und mit einem Kreuzgewölbe gedeckt; die Ausstattung ist einheitlich spätbarock. Unter den Altären, die auf 1733 datiert wurden, verdient der Hauptaltar mit (verschiebbaren) Bildern des Christus als Schmerzensmann und des Barmherzigen Christus sowie einer reich geschnitzten Bekrönung ( Gottvater inmitten der Engel ) Aufmerksamkeit. Außerdem erwähnenswert eine Reihe von Bildern aus dem 18. Jahrhundert, u.a. die Verkündigung und der Hl. Erzengel Michael sowie die Bilder in den Seitenaltären. Besonders zu erwähnen ist eine spätgotische Skulptur der Beweinung Christi von Anfang des 16. Jahrhunderts. Im Westjoch eine Orgelempore mit einer durchbrochenen Balustrade des 18. Jahrhunderts und einer klassizistischen Orgel aus dem 19. jahrhundert. Das Gewölbe des Schiffs schmückt eine Polychromie des Franziskaners Adam Szwach von 1735 (Geschichte der wundertätigen Hostien, Wunder im Zusammenhang mit der Eucharistie sowie Heiligensilhouetten).

Die Kapelle im Kellergeschoß wurde 1914-16 nach einem Entwurf von Marian Andrzejewski umgebaut. Über dem Brunnen, in dem nach der Legende die profanierten Hostien versenkt werden sollten, ein Confessio mit Schnitzereien der Heiligen Adalbert, des Hl. Bischofs Stanisław, Kazimierz und Stanisław Kostka. Das aus dem Brunnen geschöpfte Wasser gilt als wundertätig und hilfreich bei der Heilung von Augenleiden.

 


Kirche der Allerheiligsten Jungfrau Maria In Summo

Die spätgotische Kirche der Allerheiligsten Jungfrau Maria wurde in den Jahren 1431-47 auf dem "in summo" genannten Gelände der Posener Burg auf der Dominsel an der  Stelle des Palatiums von Mieszko I. und der von seiner Frau Dąbrówka gestifteten Kapelle errichtet. Der Bau ist ein Werk des Posener Baumeisters Hanusz aus Prusy, den Westgiebel errichtete Jan Lorek aus Kościan, die Gewölbe in den Jahren 1444-47 der Baumeister Mikołaj aus Posen mit seinem Sohn.

Den Westgiebel krönt eine kleine Signatur, die Wände werden von spitzbogigen Blindfenstern und Pinakeln. Die Seitenwände werden durch Lisenen geteilt, zwischen denen sich spitzbogige Fenster befinden, die auf der Nordseite allerdings zugemauert wurden. Der Eingang zur Kirche liegt auf der Südseite und führt durch ein spitzbogiges gotisches Portal aus profilierten glasierten Ziegeln (ein ähnliches Portal auf der Nordseite ist zugemauert). Auf der Südostseite ist im Sockel des Baus ein Findling mit charakteristischen Rillen zu sehen, wie sie beim Schärfen von Schwertern entstanden. Man erhoffte sich davon übernatürliche Kräfte.

Der Bau ist eine dreischiffige Hallenkirche, deren Decke  sich auf sechs- oder achteckige Pfeiler stützt. In den Schiffen sehen wir Sterngewölbe, im Chorraum und Säulengang Kuppelgewölbe. Polychromie, Entwürfe der Glasfenster (ausgeführt von Zygmunt Kosmicki) und der Hauptaltar von 1954-56 sind Arbeiten von Wacław Taranczewski.

Höchstwahrscheinlich befinden sich unter dem Chorraum Überreste der Rotunde, in der möglicherweise die Frau Mieszkos I., Dąbrówka, sowie der erste polnische Bischof Jordan bestattet wurden.

 


Kirche der Allerheiligsten Jungfrau Maria der Unte

An dieser Stelle entstanden in den achtziger Jahren des 13. Jahrhunderts eine Kirche und ein Dominikanerinnenkloster. Zunächst wurde der gegenwärtige Chorraum mit Nonnenchor errichtet, im 14. Jahrhundert kam das Schiff hinzu. Im 15. Jahrhundert wurden der Ostgiebel um- und auf der Nordseite eine Kapelle angebaut. Aus deren Vergrößerung entstand im 16. Jahrhundert das Seitenschiff. Nach der Aufhebung des Klosters durch die Preußen 1822 verfiel die Kirche; erst 1926 erweckten die Salesianer sie zu neuem Leben, indem sie sie nach einem Entwurf von Kazimierz Ruciński wieder aufbauten. Dabei wurden ein Joch des Chors und die neobarocke Fassade nach einem Entwurf von Lucjan Michałowski hinzugebaut.

Der Bau ist gotisch, und der Chorraum ist mit dem einzigen in Posen anzutreffenden Rippengewölbe von ca. 1440 gedeckt. Im Hauptschiff ein Kuppelgewölbe, im Seitenschiff Sterngewölbe. Die Ausstattung der Kirche stammt aus den Jahren 1927-30 (Entwurf L. Michałowski). Im neobarocken Hauptaltar von 1928 im Zentralfeld ein Bild der Muttergottes der Unterstützung der Gläubigen, in der Bekrönung eines der Kirchenpatronin, der Hl. Katharina von Alexandria. Beide Arbeiten stammen von Antoni Ziętkiewicz. In der rechten Ecke des Mittelschiffs ein eklektischer Seitenaltar mit einer Skulptur des Hl. Juan Bosco und dem Wappen der Salesianer, und auf der Altarmensa Porträts der  seligen Oratorianer (die sogenannten "Posener Fünf aus der Wroniecka") -  Czesław Jóźwiak, Edward Kaźmierski, Franciszek Kęsa, Edward Klinik und Jarogniew Wojciechowski - Jugendliche, die während der Besatzungszeit im Untergrund tätig waren, von den  Deutschen ermordet und 1999 in Warschau durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurden. Aufmerksamkeit verdient auch die Kanzel mit Skulpturen der Heiligen Joseph, Domenico Savio und Antonius, ein neobarocker Altar mit einer Skulptur des Herzen Jesu im Seitenschiff sowie die Orgel von 1928-29. In der Vorhalle u.a. eine Gedenktafel zur Erinnerung an die seligen Oratorianer.

Von den ehemaligen Klosterbauten des 14.-16. Jahrhunderts sind der Westflügel sowie ein Turm in der Stadtmauer des 13. Jahrhunderts erhalten.


Kirche des hl. Adalbert

An dem Ort, wo nach der Tradition der Hl. Adalbert das Evangelium gepredigt haben soll, wurde im 13. Jahrhundert das erste Gotteshaus errichtet. Die heutige Kirche entstand im 15. Jahrhundert und wurde im 16. und 17. Jahrhundert ausgebaut. Nachdem im 18. Jahrhundert der Turm gekürzt worden war, wurden die Glocken in einen hölzernen Glockenturm versetzt. Während des 2. Weltkriegs war die Kirche eine der beiden (neben der Kirche der Schmerzensreichen Muttergottes im Stadtteil Łazarz) für die polnische Bevölkerung zugänglichen Kirchen. Während der Kämpfe um Posen Anfang 1945 wurde die Kirche zerstört und bald danach wiederaufgebaut.

Die Kirche ist ein dreischiffiger gotischer Bau mit Sterngewölbe. Das Innere schmückt eine Jugendstil-Polychromie von Antoni Procajłowicz aus den Jahren 1911-13. Der im gotischen Stil gehaltene Hauptaltar kommt aus dem Jahr 1953 und ist ein  Werk von Antoni Szulc, das an den Typ des mittelalterlichen Triptychons anknüpft. Im Zentralteil ein spätgotisches  Flachrelief der Himmelfahrt Mariä aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Von den drei Seitenaltären verdienen zwei im linken Seitenschiff Aufmerksamkeit. Sie zeigen Bilder der " Schutzengel " (ein Werk von Krzysztof Boguszewski von 1631) sowie die " Beweinung Christi " (aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts). Die Kirche bewahrt hier auch zwei Werke des Bildhauers Marcin Rożek: der Marmorsarkophag von Dr. Karol Marcinkowski von 1923 und die Kanzel aus Kunststein von 1925, die mit Büsten hervorragender polnischer Prediger geschmückt ist. In der Antoniuskapelle ein ansehnliches Gitter aus dem 17. Jahrhundert, ein Altar mit Bildern des Hl. Antonius und der hl. Anna Samotrzeć - letzteres zusammengesetzt aus  Elementen des 17. und 18. Jahrhunderts.  An den Wänden Gedenktafeln für verdiente Bewohner Großpolens: Józef Wybicki, Andrzej Niegolewski, Michał Sokolnicki, Antoni "Amilkar" Kosiński, Wacław Gieburowski und Wojciech Turski (Priester der Kirche im 16. Jahrhundert). In der Vorhalle am Rand des rechten Seitenschiffs eine Tafel für den Unternehmer Hipolit Cegielski von 1946. In den Fenstern der Kirche Glasmalereien aus den Jahren 1948-2005.

Eine Attraktion der Kirche bildet die während der Weihnachtszeit gezeigte bewegliche Krippe von Bethlehem mit 102 Figuren, darunter Herrscher Polens und Nationalhelden.

An den Außenwänden der Kirche sowie an der Mauer befinden sich zahlreiche Gedenktafeln an bedeutsame Großpolen (u.a. Klaudyna Potocka, Emilia Sczaniecka).

Im Untergeschoß der Kirche wurde auf Initiative des damaligen Priesters Bolesław Kościelski im Jahre 1923 eine Krypta für verdiente Großpolen eingerichtet. Da die Krypta sich als zu klein herausstellte, wurde 1996-97 nach einem Entwurf von Jerzy Gurawski eine neue Krypta gebaut, die mit der alten durch einen Durchgang, der in das Fundament der südlichen Kapelle geschlagen wurde, verbunden ist. Hier wurden die Särge von Józef Wybicki (1747-1822), Antoni "Amilkar" Kosiński (1769-1823), Andrzej Niegolewski (1787-1857), Feliks Nowowiejski (1877-1946), Pater Wacław Gieburowski (1878-1943), Heliodor Święcicki (1854-1923), Tadeusz Szeligowski (1896-1963), Stefan Poradowski (1902-67), Pater Franciszek Bażyński (1801-76), Pater Aleksander Żychliński (1889-1946) und Paweł Edmund Strzelecki (1797-1873) sowie die Urnen mit der Asche von Ignacy Prądzyński (1792-1850) und mit dem Herzen von Jan Henryk Dąbrowski (1755-1818) zur letzten Ruhe gebettet. In den Seitenräumen der Krypta wurden unter anderem die Priester Wojciech Turski (+ 1592) und Krzysztof Boguszewski (+ 1635) bestattet. Bemerkenswert ist in der Krypta außerdem eine barocke Grabplatte aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

 


Allerheiligenkirche

Die Kirche wurde 1777-78 als evangelische Kreuzkirche nach einem Entwurf von  Anton Höhne erbaut. Die Innenausstattung der Jahre 1785-87 wurde von August Schöps entworfen. Seit 1945 ist das Gotteshaus die katholische Allerheiligenkirche, und seit 1981 Pfarrkirche.

Die Kirche ist ein spätbarock-klassizistischer Bau auf rechteckigem Grundriß mit zentraler Vierungsanlage mit einem Turm auf der West- und der Sakristei auf der Ostseite. Über dem Haupteingang Figuren der Hl. Petrus und Paulus von 1788, in der Vorhalle unter dem Turm u.a. ein Relief des Moses von 1787 (A. Schöps) und ein Taufbecken von 1785. Der zentrale Teil des Gotteshauses ist mit einer elliptischen Pseudokuppel gedeckt, die auf acht Pfeilern ruht. Zwischen diesen sind zweistöckige Emporen eingesetzt. Über dem Eingang ins Kirchenschiff eine hölzerne Loge von 1785-87 (1926-27 umgestaltet), die sich auf zwei geschnitzte Atlanten stützt. Von der Ausstattung verdient der Hauptaltar mit einem  Bild des Abendmahls Aufmerksamkeit; er ist zusammengefaßt mit der Kanzel (mit einem Medaillon des Hl. Paulus und einer Uhr in Form einer kanellierten Säule) sowie mit der Orgel. Über dem Altar ein Orgelprospekt von 1785 mit einer Kartusche, die das Monogramm des polnischen Königs Stanisław August zeigt. Unter der Nordempore eine Inschrifttafel für Sigmund Friedrich Göbel aus dem 18. Jahrhundert.


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